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Long COVID: Neuer Name, altbekanntes Phänomen

Von Lena Voelz | 14. April 2022

Genesen = wieder fit?

Wer eine Coronainfektion überstanden hat, gilt als genesen. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass man auch wieder gesund ist! Viele Betroffene klagen auch noch nach Monaten über verschiedene Symptome – und sind bis heute noch nicht wieder fit. Spätfolgen der Erkrankung können eine dauerhafte Schädigung von Organen wie Lunge, Muskeln, Herz, Gehirn oder Nieren betreffen. Weitaus häufigere treten jedoch chronische Müdigkeit, Schwindel, Haarausfall, Kopfschmerzen oder Taubheitsgefühle auf. Postvirale Symptome nach Infektionskrankheiten sind aber nichts Neues – auch wenn sie im Zuge der Corona Pandemie nun eine besondere Aufmerksamkeit erfahren und Ärzte und Patienten vor große Herausforderungen stellen.

 

Über 40 % der Long-COVID-Patienten leiden unter chronischer Müdigkeit.

Als Bezeichnung für all diese Leiden hat sich in der Öffentlichkeit der Begriff Long Covid durchgesetzt. Ganz korrekt ist dies jedoch nicht und die Forschung differenziert an dieser Stelle zwischen Long Covid und Post Covid – wenn auch eine genaue Abgrenzung oft nicht ganz einfach ist und die Begriffe manchmal synonym verwendet werden.

Weihrauch

Der Begriff Long COVID tauchte erstmals in den sozialen Medien auf und beschrieb dort das Fortbestehen von Symptomen Wochen oder Monate nach einer anfänglichen SARS-CoV-2-Infektion. Mittlerweile hat sich der Begriff auch in der Medizinwelt etabliert. Generell entwickelt sich Long COVID als ein sekundäres Syndrom nach dem eigentlichen Krankheitsstadium.

Auch zu der Frage, wie häufig Long Covid vorkommt, gehen die Studienergebnisse weit auseinander und reichen von 50 bis 70 %, von denen etwa 10 % auch nach drei Monaten noch Beschwerden haben. Bei etwa der Hälfte der Betroffenen sind die Beschwerden so stark, dass sie im Alltag stark eingeschränkt sind.

Aktuell scheint es so, als seien Kinder weitaus seltener betroffen und nur ein niedriger einstelliger Prozentbereich hat auch nach einer durchmachten Infektion noch Symptome.

Müdigkeit nach Virusinfektionen: Alter Wein in neuen Schläuchen?

Müdigkeit nach Virusinfektionen ist im Grunde ein altbekanntes Phänomen. Besonders in Folge des Epstein-Barr-Virus, aber auch nach anderen Virusinfektionen wie Ebola, Influenza, SARS und MERS wird davon berichtet. Studien zeigen, dass bis zu 40 % der Patienten, die 2003 von SARS genesen sind, unter chronischer Müdigkeit litten. Ähnliches beobachteten auch andere Forscher: MERS– und SARS-Genesene weisen beispielsweise bis zu vier Jahre lang Symptome von Müdigkeit, Myalgie und psychiatrischen Beeinträchtigungen auf.

Bisher sprach man in diesen Fällen von einem chronischen Erschöpfungssyndrom (Chronisches Fatigue-Syndrom, CFS), dass sich in einer Reihe unterschiedlicher Symptome manifestieren kann. Sie dauern alle länger als 6 Monate und können nicht vollständig durch einen medizinischen Zustand erklärt werden. Darunter fallen Symptome wie:

  • Müdigkeit
  • Unwohlsein nach Belastung
  • Schlafstörungen
  • Kognitive Beeinträchtigung
  • Nicht provozierte Schmerzen

 

Obwohl die Ursachen für das Auftreten des CFS noch unklar sind, werden Viren als Auslöser vermutet und man kann eine große Ähnlichkeit zwischen dem Long-COVID-Syndrom und den Symptomen des CFS erkennen.

Überschneidungen gibt es auch in Bezug auf die Risikogruppen, denn bei beiden Syndromen sind z. B. Frauen doppelt so häufig betroffen wie Männer.

Long Covid: Mythos oder neue Krankheit?

Angesichts der Ähnlichkeit mit den Symptomen, die nach anderen Virusinfektionen auftreten und der noch ungenauen Datenlage, stellt sich natürlich die Frage, ob man Long Covid tatsächlich als eine neue, eigenständige Krankheit betrachten und behandeln sollte.

In einigen Studien kamen die Forscher zu dem Schluss, dass es sich um eine neue Manifestation eines allgemein anerkannten Phänomens handeln könnte, das auch nach anderen traumatischen Ereignissen beobachtet werden kann.

Die anhaltenden Auswirkungen des Post-COVID-Syndroms hingegen entwickelt sich während oder nach einer Corona-Infektion und zeigt sich in anderen, eigenständigen Symptomen.

Long-COVID-Syndrom
43 %
Müdigkeit
Post-COVID-Syndrom
44 %
Long-COVID-Syndrom
18 %
Myalgie
Post-COVID-Syndrom
34 %
Long-COVID-Syndrom
15 %
Fieber
Post-COVID-Syndrom
8 %
Long-COVID-Syndrom
17 %
Brustschmerzen
Post-COVID-Syndrom
10 %
Long-COVID-Syndrom
23 %
Arthralgie
Post-COVID-Syndrom
13 %
Long-COVID-Syndrom
6 %
Herzklopfen
Post-COVID-Syndrom
20 %
Long-COVID-Syndrom
26 %
Husten
Post-COVID-Syndrom
22 %
Long-COVID-Syndrom
31 %
Dyspnoe
Post-COVID-Syndrom
40 %
Long-COVID-Syndrom
11 %
Geruchsverlust
Post-COVID-Syndrom
10 %
Long-COVID-Syndrom
36 %
Schlafstörungen
Post-COVID-Syndrom
33 %
Long-COVID-Syndrom
13 %
Gewichtsverlust
Post-COVID-Syndrom
0 %
Long-COVID-Syndrom
8 %
Diarrhoe
Post-COVID-Syndrom
0 %
Long-COVID-Syndrom
0 %
Haarausfall
Post-COVID-Syndrom
20 %

Nach Jennings et al. 2021

Welche Prognose haben die Patienten?

Die Beschwerden können im Laufe der Zeit grundsätzlich wieder nachlassen, was aber stark symptomabhängig ist und natürlich von der Konstitution des Patienten selbst abhängt. Bemerkenswert ist, dass sich Patienten mit schwerem COVID-19, einschließlich schwerer Lungenbeteiligung, auch wieder vollständig erholen können.

Während der Geschmacks- und Geruchsverlust meist reversibel ist, erfordern Belastungsprobleme jedoch oft eine aufwändige und langwierige Therapie.

Die Schwere der vorausgehenden Erkrankung ist dabei kein Indikator, da selbst nach milden oder symptomlosen Verläufen Beschwerden auftreten können.

Bisherige Studienergebnisse deuten jedoch darauf hin, dass ein höheres Alter, Vorerkrankungen sowie schwere Verläufe das Risiko erhöhen und Frauen häufiger betroffen sind.

Einige Patienten, die sich im Frühjahr 2020 infizierten, berichten auch heute noch von Beschwerden und haben teilweise noch nicht wieder ins Arbeitsleben zurückgefunden.

Inzwischen gibt es erste Einschätzungen zur Prognose von Long-Covid-Patienten und die Ergebnisse sind wenig erfreulich: Die Symptome ließen innerhalb von 12 Monaten kaum nach – teilweise waren sie sogar stärker erschöpft als zuvor. Etwa ein Viertel der Patienten war auch noch nach über einem Jahr nicht symptomfrei, was darauf schließen lässt, dass die Wahrscheinlichkeit, dass die Beschwerden mit der Zeit von alleine verschwinden, sinkt.

 

Ursachen für Long Covid

Die Ursachen für das Auftreten von Long Covid sind zwar noch nicht abschließend geklärt, doch werden aktuell drei zugrundeliegende Ursachen bzw. Mechanismen hinter dem Auftreten der Symptome intensiv diskutiert.

  1. Eine überschießende Immunreaktion

Das Virus ruft im Körper eine so starke Immunreaktion hervor, dass das Immunsystem gestört werden kann. Dies kann mit ausgedehnten und teils langanhaltenden Entzündungen im Körper einhergehen – darin ähnelt Long Covid den Zytokin-Sturm-Syndromen. Bei diesen produziert das Immunsystem zu viele Entzündungssignale.

Eine gestörte Immunreaktion kann jedoch auch noch eine andere Folge haben, bei der sich die Antikörper nicht mehr gegen das Virus richten, sondern gegen die eigenen Körperzellen (die sogenannten Autoantikörper, also eine Autoimmunreaktion). Dadurch steht der Körper ständig unter Alarm und die Signalwege des Nervensystems werden beeinträchtigt.

  1. Geschädigte Adern

Das Corona-Virus kann während der Infektion zu Schäden in der innersten Schicht der Adern führen und womöglich bleibt die Entzündung auch nach der Infektion noch aktiv. Durch die gestörte Durchblutung der kleinen Gefäße kann die Sauerstoffversorgung der Organe gestört werden. Dies wäre ein Erklärungsansatz, warum die Patienten sich oft schon bei geringer körperlicher Belastung völlig verausgabt fühlen.

  1. Virusreste

Auch Monate nach einer Infektion können Patienten noch positiv auf bestimmte Virusproteine getestet werden. Das könnte dafür sprechen, dass auch nach einer überstandenen Infektion Virusreste im Körper verbleiben oder es zu Reinfektionen kommt und so das Immunsystem langfristig gereizt wird, was zu einer immer wieder aufflammenden Entzündungsreaktion führen kann.

Ob nun nur eine, mehrere oder doch eine ganz andere Ursache hinter den Symptomen steht, muss im Einzelfall geklärt werden.  Eine eindeutige Klärung der Ursache erfordert dabei vom Behandler als auch vom Patienten viel Fleiß und Geduld.

Long-/Post-Covid behandeln

Aktuell besteht noch keine standardisierte Behandlungsmethode. Daher richtet sich die Therapie in Rehakliniken und bei Ärzten und Heilpraktikern nach den individuellen Symptomen.

Wichtig für Patienten ist: Durch eine Corona-Infektion können sich bestehende Vorerkrankungen verschlimmern, weshalb bei einer Verschlechterung des Zustandes immer der behandelnde Arzt darüber informiert werden sollte. Dieser kann dann die Therapie entsprechend anpassen.

In schweren Fällen sollte eine Rehabilitation in Anspruch genommen werden. Patienten, die aufgrund eines schweren Krankheitsverlaufes auf der Intensivstation lagen, bekommen meist automatisch einen Reha-Platz. Wenn es nach leichten Verläufen zu starken Long-Covid-Symptomen kommt, gestaltet sich dies jedoch meist schwieriger. In diesen Fällen muss zunächst ein Arzt bestätigen, dass es sich bei den Beschwerden um die Folgen einer Corona-Infektion handelt. Anschließend muss die Reha vom zuständigen Kostenträger genehmigt werden.

Je nach Symptomen kommen dann verschiedene Reha-Kliniken in Frage, etwa speziell für Kardiologie, Neurologie oder Psychosomatik.

Die Behandlung dort setzt sich meist aus verschiedenen Bausteinen zusammen: Patienten mit Kurzatmigkeit und Husten können auch von einer Atemphysiotherapie profitieren, bei der das Training der Atemmuskulatur, die Schulung von Atemtechniken und Atemtherapie im Mittelpunkt stehen. Zudem wird ein körperliches Training durchgeführt, bei dem die Trainingsintensität jeweils dem aktuellen Zustand des Patienten angepasst wird. Weitere Behandlungsansätze sind neurologische Maßnahmen, Ergotherapie, Gesprächsgruppe und physikalische Therapie.

Natürliche Unterstützung

Die Diskussion über postvirale Symptomentwicklung und deren mangelnder Behandlungsoptionen wurde im Zuge der Corona Pandemie neu angefacht und bisherige Behandlungsstrategien und deren Nutzen in Frage gestellt. Klassischerweise kommen Analgetika, Antihistaminika und Antidepressiva sowie physiologische sowie psychologische Therapien zum Einsatz. Oft ohne den gewünschten Behandlungserfolg und gepaart mit unerwünschten Nebenwirkungen.

Auf der Suche nach neuen Behandlungsansätzen sind daher auch bewährte Phytoextrakte und Mikronährstoffe in den Fokus der Forschung gerückt. Eine noch laufende klinische Studie spanischer Forscher untersucht aktuell das Behandlungspotenzial einer Kombination aus Weihrauch, Kurkuma und Vitamin C in einer mizellaren Formulierung.

Beide Phytoextrakte sind bereits gut erforscht und für ihre entzündungshemmende Wirkung bekannt. Ebenso wurden bereits antivirale und antibakterielle Eigenschaften der traditionellen Wirkstoffe beschrieben. Vitamin C ist wiederum besonders als Antioxidans bekannt und dafür nitrosativen sowie oxidativen Stress zu reduzieren. Die Studie umfasst 150 erwachsene Patienten mit einer bestätigten SARS-CoV-2-Infektion und startete am 15. Dezember 2021 mit der Behandlung des ersten Patienten. Das Ergänzungsmittel wurde von den Patienten 3-mal täglich (5 Tropfen) für 6 Wochen eingenommen. Obwohl der endgültige Abschluss noch aussteht, fasst Dr. Nadya Lisovoder, CEO von Galilee Clinical Bio Research, die die Studie durchgeführt hat, die Ergebnisse bereits zusammen: „Am Ende der Studie zeigten 100 Prozent der Patienten in der Behandlungsgruppe eine Verbesserung. Innerhalb von 15 Tagen nach der Nachbeobachtung hatten sich alle vollständig erholt.“

Auch eine kleiner angelegte Studie, ebenfalls aus Spanien, zeigt ähnlich gute Erfolge mit derselben Zusammensetzung.

Weihrauch

Die Genesung eines Patienten mit Totalverlust des Geruchs dauerte 6 Monate.

*ArtemiC Support

Mehr zu den drei in den Studien eingesetzten Wirkstoffen:

Weihrauch

Kurkuma

Vitamin C

Das Problem der Bioverfügbarkeit umgehen

Vor allem Curcumin, aber auch Weihrauchextrakte weisen eine schlechte Bioverfügbarkeit auf. Um dennoch den potenziellen Nutzen dieser Phytoextrakte zu erhalten, kann eine innovative Mizellentechnologie verwendet werden. Durch die Verpackung der Wirkstoffe in eine wasserlösliche Hülle können diese deutlich besser vom Körper aufgenommen werden. Dieses lipidbasierte Trägersystem beruht dabei auf einem körpereigenen Prinzip.

Vorteile mizellarer Formulierungen:

  • Maximale orale Bioverfügbarkeit
  • Gut verträglich
  • Individuell dosierbar
  • Kleine Dosierungen, dennoch hoch effektiv

IHR/E AUTOR/EN

Lena Voelz

Marketing und Vertrieb

+49 7131 64986-291
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