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Was sind Mizellen und warum verwenden wir sie?

Von Katja Weimar | 27. August 2021

Mizellen sind aktuell in aller Munde und auf Mizellen-Technologie basierende Produkte stehen inzwischen in Form von Gesichtswasser, Gel oder Reinigungstüchern weltweit in beinahe jedem Badezimmerregal. Was vor einigen Jahren den Kosmetikmarkt im Sturm eroberte, hält nun auch Einzug in die Herstellung von Nahrungsergänzungsmitteln – doch was genau sind diese sagenumwobenen Mizellen eigentlich? Wie funktioniert die Technologie genau? Haben sie das Zeug dazu, auch in Form von Nahrungsergänzungsmittel zur Erfolgsstory zu werden? Und vor allem: Sind sie „worth the hype“?

Mizellen-Technologie – Innovation oder alter Aufguss?

Auch wenn Mizellen-Produkte für die Gesichtsreinigung erst in den letzten Jahren medienwirksam vermarktet wurden und noch immer oft als große Innovation verkauft werden, ist die Technologie dahinter nicht neu und im Grunde recht simpel.

Weihrauch

Die erste Erwähnung von Mizellen geht auf McBain zurück, der 1913 erstmals über seine Experimente mit Seifenmolekülen berichtete. Er beobachtete, dass sich die elektrische Leitfähigkeit sowie die osmotische Aktivität – ein Wert, der mit der effektiven Teilchenanzahl in Lösung verknüpft ist – mit steigender Seifenkonzentration (und somit steigender Tensidkonzentration) ab einer bestimmten Konzentration unerwartet änderte. Er schlussfolgerte daraus, dass sich diese Resultate nur dadurch erklären lassen, dass die einzelnen Seifenmoleküle aggregieren, also sich zusammenlagern. In den folgenden Jahrzehnten wurden das Phänomen der Mizellbildung weiter untersucht und immer mehr verstanden. Mittlerweile hat sich in der Wissenschaft ein tiefes Verständnis bezüglich Mizellbildung etabliert und Mizellen sind ein fester Bestandteil unseres Alltags geworden.

Mizellen in Nahrungsergänzungsmitteln

Warum aber nun Mizellen in Nahrungsergänzungsmitteln und nicht einfach die altbewährten Pülverchen und Kapseln? Diese Frage lässt sich anhand eines Beispiels recht leicht beantworten: Bei der Einnahme von Kurkuma, das bekannt für seine gesundheitsfördernden, wie entzündungshemmenden und entgiftenden Eigenschaften ist, gibt es ein großes Problem, und zwar das der geringen „Bioverfügbarkeit“. Das bedeutet, dass der Körper nur einen sehr kleinen Teil der eingenommenen Menge eines Kurkuma-Pulvers in Reinform verwerten kann und um in den Genuss der positiven Wirkungen zu kommen, müsste man eine große Menge verzehren. Um dieses Problem zu lösen, gab es bereits verschiedene Ansätze, etwa die Beigabe von Piperin (Pfefferextrakt) oder Bockshornklee. Als noch wirksamer bei der Steigerung der Bioverfügbarkeit stellte sich jedoch der Einsatz von Mizellen heraus – für diese wurden Steigerungen der Bioverfügbarkeiten auf bis zu 185 fach beschrieben!

Die Technik dahinter: Mizellen bestehen aus einem hydrophoben („wassermeidenden“) Kern und einer hydrophilen („wasserliebenden“) Hülle, wodurch sie sich besonders gut für die Einkapslung von fettlöslichen Substanzen eignen. Diese werden dadurch vollständig wasserlöslich und stabil bezüglich pH-Wert, Temperatur und Oxidation. Auch der Körper selbst formt im Zuge der Fettverdauung körpereigene Mizellen mit Hilfe von Gallensalzen, um Fette und fettlösliche Substanzen im Darm besser aufnehmen zu können. Dieser Vorgang ist jedoch sehr energieintensiv und wenig effektiv. Kommen diese Substanzen jedoch bereits in Mizellen verpackt in den Darm, können die fettlöslichen Substanzen direkt und ohne große Verluste vom Körper aufgenommen werden und ihre Wirkung entfalten.

Durch die Verabreichung von Wirkstoffen in Mizellen ändert sich zudem die Pharmakokinetik der Substanz. Die Pharmakokinetik beschreibt die Freisetzung, Absorption (Aufnahme in die Blutbahn), Distribution (Verteilung im Organismus), den Metabolismus (Verstoffwechselung) und die Exkretion (Ausscheidung) des Wirkstoffes. Durch die Mizellen kann etwa die Freisetzung des Wirkstoffes verzögert und die Absorption und Distribution verbessert werden, sodass eine spezifische Dosierung und die Verwendung kleinerer Mengen eines Wirkstoffes möglich werden.

Weihrauch

Worth the hype? Oder gibt es doch einen Haken?

Die meisten Sachen, die im ersten Moment richtig gut klingen, haben am Ende einen Haken. Oder doch nicht? Auch wenn Mizellen der perfekte Transporter zu sein scheinen, sollte man bei der Auswahl des Produkts genau hinsehen. Denn die Mizellen zahlreicher auf dem Markt erhältlichen Produkte werden mit Hilfe von chemisch synthetisierten Polysorbaten gebildet, wobei es sich meist um Polysorbat 80 handelt. Obgleich es als Lebensmittelzusatzstoff zugelassen ist, steht es in der Diskussion um ein gewisses toxisches Potenzial, das bei regelmäßigem Verzehr z. B. zu chronischen Darmerkrankungen beitragen könnte.

Aus diesem Grund verwenden wir zur Bildung unserer Mizellen ausschließlich Gummi Arabicum. Diese Natursubstanz wird aus Akazien-Bäumen gewonnen und ist ein beliebter Emulgator und Stabilisator im Lebensmittelbereich. Gummi Arabicum wird als GRAS (generally-recognized-as-safe) angesehen. Die Besonderheit unserer Mizellen aus Gummi Arabicum ist, dass sie sogar bei hoher Verdünnung (z. B. in Wasser oder im Körper) stabil und intakt bleiben. Sie werden durch ein patentiertes und ausgezeichnetes Verfahren in Zusammenarbeit mit einem innovativen Labor in der Schweiz entwickelt und hergestellt.

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