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Stress steckt an

10. September 2021

Zu dieser Erkenntnis sind Wissenschaftler der Universitäten Gießen und Wien gekommen. Die 2020 veröffentlichte Studie zeigt, dass Menschen sich insbesondere vom Stress anderer Menschen anstecken lassen, wenn die Betroffenen ein „Wir-Gefühl“ verbindet.  

Wenn wir eine stressige Situation erleben, fühlen wir uns möglicherweise ebenfalls gestresst, schütten eventuell sogar Stresshormone aus. Lassen wir uns schneller vom Stress anderer Personen anstecken, wenn wir uns mit diesen verbunden fühlen? Wenn uns eine Gemeinschaft oder Zusammengehörigkeit verbindet? 

Diesen Fragen ging ein Team von Psychologinnen und Psychologen der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) und der Universität Wien nach. An der experimentellen Studie nahmen Versuchsteilnehmerinnen und -teilnehmer in Kleingruppen von jeweils vier oder fünf Personen teil. Bei der einen Hälfte wurde ein „Wir-Gefühl“ erzeugt und die Zusammengehörigkeit gefördert. Die zweite Hälfte wurden als Individuen behandelt.  

Im Anschluss wurde in jeder Kleingruppe zufällig eine Versuchsperson ausgelost, die allein eine sehr stressige Aufgabe zu bearbeiten hatte. Die anderen Versuchsteilnehmerinnen und -teilnehmer beobachteten diese Situation. Während der Studie wurden mehrfach Speichelproben entnommen und später im Labor auf das Stresshormon Cortisol untersucht. Wenn die Beobachterinnen und Beobachter Cortisol ausschütten, obwohl diese gar nicht unmittelbar gestresst wurden, lässt sich daraus schließen, dass sie mit Stress angesteckt worden sind. Genau dieses Phänomen zeigte sich während der Studie, insbesondere bei den Teilnehmern, bei denen zuvor ein „Wir-Gefühl“ erzeugt worden war.  

Referenz: Schury, V. A., Nater, U. M., & Häusser, J. A. (2020). The Social Curse: Evidence for a moderating effect of shared social identity on contagious stress reactions. Psychoneuroendocrinology, 122. DOI: 10.1016/j.psyneuen.2020.104896 

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